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chienne
Leitwolf



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Bessi ist heute morgen zweimal abgedüst wie der Blitz.
Weder Tschüss noch Pfeifen noch sonst irgendwas hatten auch nur die geringste Wirkung.
Nach dem ersten Mal wollte ich eigentlich sofort nach Hause.
Habe dann aber idiotischerweise, weil ein besonders netter Hund kam, noch eine Runde ohne Leine mitgedreht - das heißt eine halbe, denn dann war Hundi plötzlich weg.
Sie war bestimmt zehn Minuten weg. Und mir ist fast das Herz stehengeblieben, als ich mitten im Wäldchen irgendwelche Figuren gesehen habe. Waren aber dann doch wohl keine Jäger.
Puuuuuh! Glück gehabt.
Dieser Jagdtrieb scheint erst in letzter Zeit so richtig aufzuflammen. Meint ihr, Wurfkette oder Rappeldose könnte helfen??
Nur noch an der Schleppleine - das würde mir nicht gefallen. Dazu ist Hundi zu temperamentvoll.
Auf jeden Fall habe ich mir fest vorgenommen, wieder mehr Bindungsspiele einzubauen.
Grüße
chienne |
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Martina
Althund



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Hallo Renate!
Oh je.
Aber ich glaube, durch sowas müssen wir fast alle irgendwann mal durch. Nimm's nicht allzu schwer!
chienne hat folgendes geschrieben: › Meint ihr, Wurfkette oder Rappeldose könnte helfen??
Das würde ich auf keinen Fall machen. Die dienen ja eher dazu, den Hund von irgendwas ABzuschrecken. Du willst aber ja, dass Bessi zu dir HIN kommt.
Zitat: ›
Nur noch an der Schleppleine - das würde mir nicht gefallen.
Mit Schleppleine habe ich keine eigenen Erfahrungen, aber soweit ich es verstanden habe, ist der Einsatz der Schleppleine ja nur für eine vorübergehende Zeit gedacht und soll helfen, dass du mit dem Hund unter kontrollierten Bedingungen das Freilaufen und Rückrufen üben kannst. Ohne Schleppleine geht's auch, aber dann riskierst du mehr Rückschläge, die das Training in die Länge ziehen.
Ich hab's mit Laila ohne Schleppleine gemacht.
Zitat: › Auf jeden Fall habe ich mir fest vorgenommen, wieder mehr Bindungsspiele einzubauen.
DAS ist eine sehr gute Idee. Damit hab ich auch Laila gekriegt.
Die Kleine wirkt zwar meistens lammfromm, aber sie jagt Mäuse & Co. wirklich gnadenlos (war halt Teil ihrer Überlebenstechnik...). Wenn sie einmal los ist, brauch ich auch nicht mehr rufen. Null. Keine Ohren mehr dran. Komplett auf die Beute fixiert. Da hab ich auch schon einige Male minutenlang dumm rumgestanden.
Aber.
Ich habe gelernt, an ihrer Körper- und Ohrenhaltung zu erkennen, wann sie auf Pirsch gehen will und kann sie mittlerweile rechtzeitig ablenken, bevor sie durchstartet. Wenn sie doch mal abdüst, dann war ich zu sehr ins Quasseln vertieft und wirklich unaufmerksam, also selbst schuld.
Erreicht hab ich den bisherigen Stand durch Bindungsspiele. Wir hatten mit ihr damals das gesamte Grundprogramm (sitz, komm usw.) geclickert und sie ist darauf sehr gut angesprungen (mehr als Kira). Ihre Bereitschaft zu mir zu kommen, wenn ich sie rufe, ist seitdem sehr groß geblieben und sie kommt schnell und freudig angehoppelt. Wir spielen oder toben dann mit ihr, schmusen sie, schieben ihr ein Leckerlie in die Schnute. Zu uns kommen lohnt sich also immer und macht Spaß.
Damit das nicht verloren geht, rufen wir sie auch immer mal wieder während des Gassigangs zu uns. Es soll für sie ganz normal sein, immer wieder zu uns zu kommen, nicht nur, um sie von irgendwas Reizvollem abzuhalten. So kommen wir mit ihrem Jagdtrieb in einem tragbaren Maß zurecht. Wichtig ist bei ihr, dass ich sie in "Mäusegebieten" im Blick behalte und ihre Körpersprache "lese", um rechtzeitig einzugreifen.
Ich hoffe, damit kannst du auch für dich selbst was anfangen.
LG
Martina |
Zuletzt bearbeitet von Martina am Fr 22 Dez, 2006 13:02, insgesamt 2 Male bearbeitet |
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chienne
Leitwolf



Alter: 55

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Danke, Martina!
Damit kann ich sehr viel anfangen. Denn im Prinzip schreibst du das, was ich schon versuche zu machen - nur eben offensichtlich nicht konsequent genug. Ich rufe Besi immer wieder, und normalerweise kommt sie auch sofort. Aber rechtzeitig zu erkennen, wann ich sie abrufen MUSS, das kappt noch nicht so gut. Ich lasse mich halt auch gern ablenken.
Aber noch mal zurück zu Rappeldose. Hab ich noch nicht probiert. Aber geht das wirklich nicht?? Ich dachte, so als Negativimpuls und dann sofort Belohnung, wenn sie kommt. ???
Grüße
chienne |
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Martina
Althund



Alter: 44

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Hallo Renate!
chienne hat folgendes geschrieben: › Aber noch mal zurück zu Rappeldose. Hab ich noch nicht probiert. Aber geht das wirklich nicht?? Ich dachte, so als Negativimpuls und dann sofort Belohnung, wenn sie kommt. ???
Na, also ich bin ja keine Expterin, aber was ich mich sofort frage: Negativimpuls für was denn??? n dem Moment macht der Hund ja noch gar nichts "böses". Und wie sollte sie wissen, dass sie danach sofort zu dir kommen soll?
Ich kenne das mit dem Rappeln nur zum Abschrecken bei Fehlverhalten (z.B. Fressen vom Boden) - in der Schrecksekunde kann man das "NEIN" anbringen. Aber hier wüßte ich nicht, von was genau du den Hund mit der Dose abschrecken willst. Ich würde eher vermuten, dass du damit erst recht einen Impuls zum Losrennen gibst.
Aber wie gesagt: das nur so meine ganz laienhafte Vermutung.
LG
Martina |
Zuletzt bearbeitet von Martina am Do 04 Jan, 2007 12:58, insgesamt ein Mal bearbeitet |
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Kirsten
Moderator



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Was die Rappeldose betrifft, so kann man sie durchaus einsetzen wenn der Hund ein nicht erwünschtes Verhalten zeigt und auf das übliche "Aus" nicht promt reagiert.
Die Dose soll, so die Theorie, den Hund kurzfristig von seinem Tun ablenken und so für die Ansagen vom Halter wieder zugänglich machen. Allerdings darf der Reiz, dem der Hund zu erliegen droht, nicht stärker sein als der Impuls den die Dose sendet. Und so waren meine Erfahrungen diesbezüglich auch eher desillusionierend.
Lina hat sich nicht mal ansatzweise erschreckt und ich habe sogar die Dose, dank meiner Wurfkünste, gleich beim ersten Mal nicht auf den Boden sondern auf den Hund gedonnert. Da gab es nicht mal einen kurzen Seitenblick, es ging einfach weiter mit der lustigen Entenjagd.
Beate arbeitet mit diesen Trainingsdisks, wenn ich das richtig verstanden habe, dann wird das Diskklimpern vorher richtig als Negativreiz konditioniert, so dass z.B. ein Jagdverbot, dem der Hund nicht augenblicklich Folge leistet, noch vor dem Sprint mit einem Klimpern untermalt wird. Die Disks dienen hier also eher als eine Steigerungsform vom "Nein". Wie das genau geht musst du allerdings Beate fragen oder noch besser: dir von ihr zeigen lassen. Ich habe die Disks gar nicht mehr ausprobiert, ich bin für sowas unter normalen Umständen einfach zu langsam bzw. Lina startet zu schnell durch, so dass eine Prävention echt schwierig ist.
Und noch eingreifen zu wollen wenn sie erstmal rennt, ist ohnehin Humbug, dann hört die nämlich schlicht nichts mehr und man kann sich die Puste und das Geklimper auch sparen.
Ich habe deshalb eine völlig andere Strategie versucht, die im Wesentlichen auf Zeitgewinn hinaus läuft.
Vorsteherhunde jagen ja auch, aber ihre Jagd bzw. ihr Erfolgserlebnis besteht im Anzeigen von Wild und nicht im Hetzen. Leider habe ich keinen Vorsteherhund, aber die Idee Lina auf Anzeigen bzw. Beobachten zu trainieren fand ich nicht doof, weil ich mir erhofft habe durch das Anzeigen einfach die paar Sekunden zu gewinnen, die mir sonst fehlten auf den Hund verbal einzuwirken oder ihn rechtzeitig zu "verhaften".
Es war ein hartes Stück Arbeit, klappt aber inzwischen recht gut, zumindest an der langen Leine.
Gestern Nacht z.B. erdreisteten sich zwei Häschen tatsächlich mitten über unseren Weg zu hoppeln. Lina erstarrte (Sitz ist bei Regenwetter für Madame nicht drin, da wird ja der Hintern nass ) und zeigt so ordnungsgemäß die Hasen an, ein Lob "Super gemacht" und "Weiter" und gut war´s, an der langen Leine funktioniert das wunderbar.
Da sie nun Wild zunächst sauber und deutlich anzeigt, habe ich immerhin die Gelegenheit überhaupt mitzubekommen, das da welches ist und werde nicht vom plötzlich einsetzenden Spurt total überrascht. Auf Dauer setze ich meine Hoffnungen darauf, dass wir das genauso auch ohne Leine hinbekommen und die Zeichen stehen im Augenblick recht gut dafür.
Und selbst wenn nicht, so habe ich immerhin nun einen Hund an der Leine, der nicht bei jedem Hasen ohne Vorwarnung mit einem Mordsgetöse laut schreiend ins die Leinenende hechtet.
LG
Kirsten |
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Stef
Leitwolf



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Das mit der Klapperdose geht. Allerdings jagt Corazón nicht. Ich habe es vielmehr dafür, wenn sie mit einem Hund spielenderweise etwas größere Runden dreht. Dann klappere ich, sie guckt und dann rufe ich sie. Und während sie angeflitzt kommt wird schon "feeeeeiiiin!" gerufen.
Wenn ich sie ohne Geklappere rufe, hört sie mich nicht. Sie ist dann so aufs Spiel konzentriert, das mein Stimmchen nicht zu ihr durchdringt. |
_________________ Stef
Vierbeiner-Blog |
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chienne
Leitwolf



Alter: 55

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Danke für die vielen Tipps!
Es läuft wohl alles darauf hinaus, Hundi am sofortigen Losspurten zu hindern bzw. das auch noch im Vorfeld rechtzeitig zu erkennen. Da habe ich Tollpatsch ein hartes Stück Arbeit vor mir.
An Klapperdose und Wurfkette hatte ich nur für den Fall gedacht, dass Bessi auf "Hier" nicht reagiert (was sie normalerweise ja sofort brav macht).
Jetzt würde mich brennend interessieren, wie ich das Anzeigen von Wild trainieren kann. Der Zeitgewinn wäre möglicherweise schon die Rettung.
chienne |
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Kirsten
Moderator



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Zitat: › Jetzt würde mich brennend interessieren, wie ich das Anzeigen von Wild trainieren kann.
Ich weiß nicht wie man das richtig professionell als Jäger anstellt, aber ich habe es eigentlich vom Prinzip her ganz einfach gehändelt.
Ich bin exakt dort her marschiert wo nach meinen Erfahrungswerten immer irgendein dummes Kaninchen rum lungert. Ich war also vorbereitet, Lina angeleint, sobald einer von den blöden Mümmelmännern auftauchte, habe und Lina den ersten Ansatz von Anschleichen im Zeitlupentempo zeigte, habe ich ganz leise gelobt (damit das Kaninchen nicht gleich los brettert vor Schreck ) und ein "Halt" verlangt und wieder ganz doll mit mächtig spannender Flüsterstimme gelobt. War an der Leine Terror und Gefiepse wurde der Versuch umgehend einfach abgebrochen.
Am Anfang ist das ein paar mal schiefgegangen wenn das Kaninchen sich erschreckt hat und Lina doch hinterher wollte, aber nach einer relativ kurzen Zeit hatte ich raus wie nah ich an die Tierchen mit ihr ran kann, ohne dass etwas passiert. Und irgendwie hat Lina geschnallt, dass sie nur dann nahe an die Viecher zum Gucken ran kommt, wenn sie sich ruhig verhält.
Nachdem das mit dem Erstarrten beim Anblick von jagbarem Kleinzeugs ganz ordentlich klappte, habe ich nach dem "Halt" immer ein "Sitz" verlangt, schön gelobt, Futter in den Hund gestopft und es mir samt Lina ein paar Minütchen in Bodennähe zum Kanickel-Beobachten bequem gemacht.
Irgendwann kommt dann von Lina so ein winziger, kleiner Seufzer und das ist genau der Moment in dem sie bereit ist mir wieder richtig zuzuhören, den Moment habe ich genutzt und bin wahlweise dann vom Kaninchen abgekehrt oder noch ein klitzekleines bisschen näher mit ihr ran gepirscht und wieder "Halt" "Sitz" , prima, toller Hund, fein, Leckerchen rein...
Wir hatten etwas Glück bei uns auf der Wiese gab es lange Zeit ein kleines schwarzen Zwergkaninchen, dessen sich einer entledigt hatte, das ließ sich von mir zwar nicht fangen, war aber immerhin so zahm, dass man es in Ruhe begucken konnte. Den kleinen Hopser haben wir dann monatelang als Übungsobjekt genutzt.
Nachdem beim Anblick von Kaninchen auch unaufgefordert von Lina das Sitz erfolgte, haben wir uns weitere Tierarten vorgenommen wie z.B. Enten und Schwäne. Immer alles nach dem selben Prinzip, vorsichtig nähern, halt, sitz und gemütlich ein Ründchen gucken. Beim zufriedenen Linaseufzer wieder aufstehen und den Weg lobend fortsetzen.
Das war eigentlich alles.
Ach und damit nun keiner denkt, ich würde hier angeben ohne Ende: bei Kaninchen, Katzen und den meisten nicht fliegenden Vögeln klappt das ruhige Anzeigen inzwischen prima. Außnahmen sind nach wie vor: fliegende Vögel und doofe kleine Strandläufer, Martina und Beate können es bestätigen, da geht´s ab, aber hallo. Ich denke daran sind wir selber schuld, ganz am Anfang unserer gemeinsamen Zeit hat sich Lina nämlich mal in St. Peter Ording losgerissen, ist durchgestartet und hat mit allergrößtem Vergnügen eine Stunde lang Vögel durchs Watt gejagt...
Ich habe gerade eine halbe Ewigkeit gesucht und sie tatsächlich wieder gefunden, es gibt nämlich eine sehr schöne Seite im Netz von Pia Gröning zum Anti-Jagdtraining nach der ich mich ein bisschen gerichtet habe, guckst du hier
LG
Kirsten |
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chienne
Leitwolf



Alter: 55

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Super!
habich geguckt. Habich gedruckt. Mussich lesen und üben.
Danke. |
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Kerstin
Leitwolf



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hmmmm,
da komme ich ins Grübeln, wenn ich an Rocko denke
Das Stehen bleiben und anzeigen macht er nicht wirklich. Rocko läuft so durch die Gegend und schwups wech ist er.
Zu 80% hab ich ihn schon, das er auf dem Weg bleibt und nicht in die Büsche verschwindet. Aber die restlichen 20% fehlen noch, und so macht er mal ne Ehrenrunde durch den Wald. Jedoch muss ich sagen, in Sichtweite und ist echt fix wieder da.
Was ich zur Zeit übe ist, sobald die Nase hoch geht, ein Komando zu geben, das er zu mir guckt. Klar Leckerchen rein, und feiiin
Das ist auch das einzige kleine Zeichen, was er ab und an mal gibt. Ab und an halt.
Aber ob es wirklich Jagen ist, oder nur mal ich hab kurz Spaß und renne einfach mal, da stehen die Fragezeichen über meinem Kopf.
Den Link den Kirsten eingestellt hat, habe ich gerade mal gelesen. Sind einige Sachen bei, die ich mit Rocko mache. Er darf buddeln und ich frag auch, Wo ist das Mäuschen, und er buddelt los. Wir arbeiten mit dem Beutesack, und wenn es die Umstände zu lasssen, lege ich auch Fährten.
Aber den richtigen Punkt zu finden, puhhhhh
ABer die restlichen 20% schaffe ich auch noch.
Ach mir fällt ein, wir können im Frühjahr mal in Dülmen üben gehen. Da gibbet einen PArk mit Rehe usw. die laufen dort frei rum, und Hund darf angeleint mit rein.
Gruß Kerstin |
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Marax3
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Hallo von einem Neuling
Zum Thema Jagdtrieb, Ignorieren im Gelände, Machtkämpfchen etc. habe ich eine Lieblingsseite - ich stöber zum Teil stundenlang drin rum...
Viele gute Tipps, auch wenn man keinen Hovawart besitzt *lächel*
http://www.hovawart-info.de/jagdtrieb.htm
Lieben Gruss, Betty |
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Kerstin
Leitwolf



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Ich schreibs mal hier
Mich beschäftigt seid heute Morgen eine Frage
Machen Hunde einen Unterschied, wenn es ums Jagen geht?????
Also, welches Tier es sit?
Rocko z.B. lässt es kalt ob beim Schwimmen eine Ente den Weg kreuzt, oder wie heute Morgen ein Fasahn im Busch sitzt Kein Anzeichen von da will ich hinterher. Sieht er einen Hasen, auch wenn der in ruhe Sitzt, Bzw. den Hasen im Stall meines Neffens, muss ich mich echt in die Leine werfen, bzw geht er im Wald sofort hinterher.
Oder ist es da eher sowas wie, mir fehlt das Wort, Spieltrieb. Aber Tier ist doch Tier???
GRüße Kerstin |
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Kirsten
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Zitat: › Machen Hunde einen Unterschied, wenn es ums Jagen geht?????
Also, welches Tier es sit?
Klar können Hunde ihre Beute unterschieden.
Wenn Rocko Enten und anderes Federvieh ignoriert, wird es vermutlich daran liegen, dass er die Erfahrung gemacht, dass er selbiges ohnehin nicht erwischt, sich der Aufwand daher nicht lohnt und er deshalb einfach die erfolgversprechendere Kaninchenjagd vorzieht.
Da in der Natur bei erwachsenen Tieren die Jagd primär dem Nahrungserwerb dient, liegt ihr ein Kosten-Nutzen-Abgleich zugrunde, d. h. eine Beute, deren Fang einen höheren Energieaufwand benötigt als durch deren Fleisch geliefert wird, ist unökonomisch.
Nicht umsonst brechen Wildtiere die Jagd oft mittendrin ab, wenn der Jagderfolg zu lange auf sich warten lässt.
Das wird auch bei Hunden nicht großartig anders sein.
Und selbst wenn unsere Hunde eigentlich nicht jagen müssen, weil wir sie anständig füttern, ist die Triebbefriedigung bei erfolgloser Jagd vermutlich auf Dauer geringer und somit langweiliger als eine, bei der potentiell größere Aussicht auf Erfolg besteht.
LG
Kirsten |
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Kerstin
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Code: › Und selbst wenn unsere Hunde eigentlich nicht jagen müssen, weil wir sie anständig füttern, ist die Triebbefriedigung bei erfolgloser Jagd vermutlich auf Dauer geringer und somit langweiliger als eine, bei der potentiell größere Aussicht auf Erfolg besteht.
verbessere mich wenn ich da falsch liege.....also liegt es nur am Trieb, der da noch irgendwo im Tiere liegt...denn wenn ich jage und jage, und kein Erfolg damit habe, müsste die Jagt ja irgendwann langweilig werden, und Hund jagd dann nicht mehr. Oder hab ich da ein dreher drin?? |
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Kirsten
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Zitat: › ...also liegt es nur am Trieb, der da noch irgendwo im Tiere liegt...denn wenn ich jage und jage, und kein Erfolg damit habe, müsste die Jagt ja irgendwann langweilig werden, und Hund jagd dann nicht mehr...
Dass Hunde überhaupt jagen verdanken sie dem mehr oder weniger ausgeprägten Jagdtrieb.
Der eine hat einen unbändigen Jagdtrieb und rennt hinter allem her was sich bewegt, der Nächste hopst lediglich kurz hinter der potentiellen Beute hinterher und den Dritten lässt es sogar kalt, wenn ein Eichhörnchen über seine Füße springt... Wobei Nummer drei die Ausnahme sein dürfte.
Bei Nummer zwei könnte zudem noch mit im Spiel sein, dass der Jagdtrieb im Laufe seines Zusammenlebens mit seinem Halter durch Erziehung "überformt" wurde, sprich der Trieb zur Jagd geringer ist als der Trieb nichts auf den Deckel zu bekommen oder als ein Leckerchen zu erhalten etc..
Generell ist die Jagd ein selbstbefriedigender Vorgang, d. h. allein das Hinterherrennen macht in der Regel schon wahnsinnig Spaß und setzt Adrenalin und Endorphine frei, ähnlich wie bei einem Sportler, man spricht da nicht umsonst von Adrenalinjunkies. Das wirkt dann quasi verstärkend auf den Jäger und je größer die Erfolgsaussichten bzw. der Erfolg, desto höher dürfte die Ausschüttung körpereigener Substanzen und damit die Triebbefriedigung sein.
Hunde, die schon einmal richtigen Jagderfolg bzw. die massive Ausschüttung von Adrenalin und Endorphinen erlebt haben, wissen also darum wie "gut" sich das anfühlt und neigen daher noch eher dazu Jagdverhalten auch zu zeigen um erneut in den Genuss dieses Wonnegefühls zu kommen.
Regulativ wirkt als Gegenpart unter anderem auch sowas wie Frustrationstoleranz.
Die oben erwähnte Nummer 2 könnte z. B. auch, ohne Überformung durch Erziehung, im Laufe seines Lebens gelernt haben, dass sich der Jagdeinsatz nicht lohnt, weil er gar nicht so in Wallung gerät, dass größere Mengen körpereigener Substanzen ausgeschüttet werden. Ein solcher Hund wird eine Jagd, bei der er keine Beute macht, eher als erfolglos und frustrierend einordnen und daher in der Folge weniger Jagdverhalten zeigen. Ist in etwa damit vergleichbar, dass wir auf Dauer selber auch den Spaß an einem Spiel verlieren, bei dem wir immer nur verlieren.
Zumindest bei Wildtieren kommt zusätzlich noch in Kombination mit der Frustrationstoleranz eine Art von Selbsterhaltungstrieb zum tragen, d. h. Raubtiere scheinen irgendwann zu bemerken (wie oben beschrieben), dass die Jagd mehr Energie benötigt als sie liefert und brechen ab. Allerdings müssen sie dies im Regelfall erst lernen, junge Jäger rennen oft auch dann noch hinterher, wenn erfahrene Jäger schon längst aufgeben.
Bei manchen Hunderassen funktioniert das Zusammenspiel von Frustration und Selbsterhaltung nicht mehr richtig, bei ihnen überwiegt die Selbstbelohnung. So rennen Windhunde wie Greyhounds und Galgos auch dann noch wie blöde hinter der Beute her, wenn sie schon total überhitzen und bereits rote Blutkörperchen in großen Mengen zum Energiegewinn abgebaut werden. Das führt dann gerade bei untrainierten, passionierten Jägern zur sogenannten Greyhoundsperre und nicht selten auch zum Tod durch Kreislaufversagen.
LG
Kirsten |
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