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Kirsten
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"Mit Hunden sprechen"
Jan Fennell
Ullstein 2003
ISBN 3-548-36454-3
8,95 €
Ich nehme es gleich vorweg, es zählt für mich zu den Nieten unter den Hundebüchern.
Vor Jahren wurde mir das Buch von einer Frau, die ich beim Gassi-Gehen traf, wärmstens empfohlen. Etwas verunsichert davon, dass ich Linas Jagdverhalten nicht richtig in den Griff bekam und durchaus gewillt mich weiter zu bilden, habe ich das gute Stück dann erstanden.
Zugegeben es liest sich recht gut und klingt auf den ersten Blick für den Laien sicher auch plausibel. Wer würde nicht gerne seinen Hund flüsternd wie Monty Roberts leiten?
Wissenswert Neues enthält das Buch für mich jedoch nicht.
Die Grundlagen für die Ausführungen von Frau Fennell kann man in diesem Buch auf die schlichten Schlagworte Rudelstruktur und Dominanz reduzieren. Dabei bezieht sie sich auf inzwischen zum Teil sogar widerlegte Ergebnisse der Wolfsforschung. Mal ganz davon ab, dass Hunde eben keine Wölfe sind und deshalb hier auch Verhaltensbeobachtungen nicht einfach so eins zu eins übertragen werden können.
Sicher enthält das Buch einige "Wahrheiten", wie z. B. dass man der Angst vor lauten Geräuschen wie Knallern in der Silvsternacht nicht durch übertriebene Fürsorge verstärken, sondern seinem Fiffi möglichst locker signalisieren sollte, dass trotz des Lärms alles in Ordnung ist. Wirklich revolutionär ist diese Erkenntnis jedoch nicht.
Insgesamt wird über das ganze Buch hinweg der Eindruck erweckt, dass sich der Großteil der Probleme zwischen Tier und Halter allein durch die Massierung vermeintlicher Dominanzgesten dem Tier gegenüber, lösen lassen. Und so verwundert es mich nicht, dass haufenweise Methoden wie: der Chef geht als Erster durch die Tür, der Chef isst vor dem Hund etc., beschrieben werden.
Hach wäre das schön, wenn unsere Hunde derart eindimensional wären, dass sich jedes als Problem empfundene Verhalten von Fiffi quasi in Luft auflösen würde nur weil ich so tue, als würde ich aus seinem Napf mampfen.
Meines Erachtens beruhen jedoch die wenigsten Probleme zwischen Mensch und Hund tatsächlich auf Rangordnungsproblemen.
Der Gedanke, dass man mit entsprechenden Gesten dem Hund gegenüber nur den Obermacker rauskehren muss, um erwünschtes Verhalten zu erzeugen und unerwünschtes Verhalten zu vermeiden, ist sicher verlockend, aber wenn die Sache derart simpel wäre, hätten Menschen und Hunde keine Probleme miteinander und Hundeschulen wären dann überflüssig.
Mein Fazit:
Nicht empfehlenswert.
Gerade Laien werden durch dieses Buch versucht sein, sich auf die Lösung von Problemen mittels reichlich verkrampfter Herstellung einer vermeintlichen Rangfolge zu beschränken.
Wer, ungeachtet jeder Erkenntnis über das Lernverhalten von Hunden, meint allein dadurch Erfolge zu erzielen indem er dem Tier zeigt, wo der Bertel den Most holt, wird sehr schnell enttäuscht sein und mehrheitlich eine eindrucksvolle Bruchlandung hinlegen.
LG
Kirsten
PS:
Mich amüsiert immer wieder, dass dieses Buch in vielen Foren hochgelobt und empfohlen wird, obwohl deren Forenmitglieder inzwischen mehrheitlich vehement die Dominanztheorie in ihren anderen Beiträgen ablehnen.  |
_________________ Wenn die Sonne der Bildung untergeht, werfen sogar Zwerge lange Schatten...  |
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Kerstin
Leitwolf



Alter: 36

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Wohnort: dort wo sich das Münsterland mit dem Ruhrgebiet vereinigt :-)

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Code: › Hund flüsternd wie Monty Roberts leiten
vielleicht Ot, aber ist der Mann bzw das Buch gut?????
Hab da nämlich schon mal überlegt
GRüße Kerstin |
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chienne
Leitwolf



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Beiträge: 1269
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Selbst kenne ich das Buch nicht,
habe aber im niederländischen "hondengedragsforum" (ein sehr seriöses Forum mit vielen fachkundigen Mitgliedern) nachgeblättert und einen ganz ähnlichen Kommentar wie den von Kirsten gefunden: nichts wirklich Neues, zu sehr auf Rangordnungsprobleme bezogen, Lernverhalten von Hunden nicht genügend berücksichtigt.
LG
Renate |
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